Herzogtum Falkenstein

Kappeln

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Art des Lehens:Baronie
Derzeitiger Herrscher:Waldemar von Wolfenrode
Hauptstadt:Kappeln Stadt
Weitere Städte, Ortschaften und Gemarkungen:Sigmargraben, Zollstation zu Kerewesch
Weitere Lehen:
Religion:Großteils Glaube an die Elemente
Handelswaren (Export):Trauben, Wein, Likör, Fisch, Glaswaren, Wolle
Handelswaren (Import):Bruchstein, Erze/Metalle, Luxusgüter
Größe der Bevölkerung:vor dem Kataklysmus: ca. 500 in Kappeln Stadt, etwa weitere 2200 in den Dörfern und auf dem Land, nach dem Kataklysmus und dem Winterkrieg: unbekannt, vermutlich 400 in der Stadt und 1200 auf dem Land
Militär:Drittes Kappelner Banner – Schwere Infanterie
Fünftes Kappelner Banner – Leichte Kavallerie
Sechstes Kappelner Banner – Bogenschützen
Siebtes Kappelner Banner - Leichte Infanterie



Einführung
Bis zum Sommer des Jahres 15 nT war Kappeln führend unter den Baronien Falkensteins. Im Südwesten des Herzogtums gelegen, mit Grenzen zu Herzogsstolz, Eichenhain und Kerewesch und mit einem langen Küstenstreifen, waren die Kappelner unter den wohlhabensten in Falkenstein. Die Amselbeere, ein schwerer, tiefroter Wein, der überall in Falkenstein und auch im Rest des Ostens bekannt und begehrt ist, entstammt dem gleichnamigen Weingut. In der Küstenregion wurden die zweitgrößten Schafherden des Herzogtums gehalten und hinter den Mauer der Stadt, die hoch ummauert auf drei nebeneinander liegenden Hügeln erbaut wurde, werden hochwertige Glaswaren erzeugt.

Dann, als Kappeln ebenso wie der Rest Falkensteins mitten im Sommer von einem widernatürlichen Kälteeinbruch heimgesucht wurde, versank urplötzlich fast ein Viertel der Landfläche Kappelns zusammen mit einem kleinen Stück von Herzogsstolz und einer weit größeren Fläche Kereweschs im Meer. Bis heute ist nicht genau bekannt, was diese Katastrophe herbeigeführt hat. Es wird gemunkelt über das finstere Wirken von Kreaturen aus der Spiegelwelt, aber wenn diese eine solche Macht besitzen, warum haben sie diese dann nicht wieder angewendet?

Und als sei das noch nicht genug, landete im letzten Winter eine zusammengewürfelte Flotte der Khal'Hatrani an der neu gebildeten Küste Kappelns und spie einen Heerzug marodierender Wilder aus, die auf breiter Front landeinwärts zogen und ziellos Gräueltaten verübten. Völlig überrumpelt und zahlenmäßig heillos unterlegen tat das Kappelner Militär was es konnte, unterstützt von Freiwilligen und schnell mobilisierten Einheiten aus anderen Baronien und später sogar aus Axtfels, mußte sich aber stetig vor den Südländern zurückziehen. Die Invasoren wurden schließlich kurz vor Mittwinterbei Eichstädt in einer gewaltigen Feldschlacht zum Stehen gebracht, in der sich das Expeditionskorps, die Falkensteiner Regulären, die Milizen und weitere Freiwilligenverbände auf einem Feld vereinen konnten und endlich die Mannstärke hatte, dem feindlichen Vormarsch wirkungsvoll entgegen treten zu können.

Aus dem Rückzug der Khal'Hatrani, der um den Jahreswechsel herum in einem Schneeeinbruch vorübergehend zum Erliegen kam, wurde bald darauf eine wilde Flucht. Versprengte Gruppen der Feinde wurde in zahlreichen Gefechten eingeholt und überrannt, bis die letzten zusammenhängenden Feindverbände sich, die Küste unmittelbar im Rücken, bei Eschborn zum Kampf stellten. Der Sturm auf Eschborn zeigte eindrucksvoll die Überlegenheit schwerer Infanterie in dichten Formationen gegen leichter gerüstete Feinde und endete mit der völligen Vernichtung der Invasoren. Ihre Schiffe und viele ihrer Pferde fielen den Falkensteinern als Beute in die Hände.

Seitdem ist die Baronie mit dem Wiederaufbau und der Neubesiedelung beschäftigt.

Zum Baron Kappel hatte Herzog Felian in einer umstrittenen Entscheidung den Herrn Adalbert von Wolfenrode erhoben, dessen Vater als der Schwarze Ritter einem jeden Falkensteiner bekannt ist. Seine Schwester Annabell hat Baron Wolfenrode mit Bernhelm von Burgenwacht verheiratet, der selbst Baron in Magnusbrunn ist. Ihre Ehe wird als ausschließlich politisch motiviert und lieblos beschrieben, andererseits hat Annabell von Wolfenrode ihrem Gatten drei Kinder geboren. Die enge Verbindung mit Magnusbrunn hat dem Baron Kappeln viele wirtschaftliche Vorteile verschafft, gleichzeitig aber auch Sympathien gekostet unter den Baronen weiter im Landesinneren, da der Herr von Burgenwacht vielen als gewissenloser und machtgieriger Manipulator gilt. Dessen ungeachtet ist der Baron Kappeln selbst mit Alessa von Neu-Falkenstein verlobt, die schwierigen Verhandlungen über die Mitgift und das Erbrecht, da die Dame Alessa auch Neu-Falkenstein an ihre Nachkommen weitervererben wird, haben jedoch eine Hochzeit noch verhindert.

Der Baron selbst wird als schwierige Person umschrieben, als abweisend und distanziert, aber auch als aufmerksamer und kluger Gesprächspartner und weiser und wohlüberlegter Herrscher.

Bis zum Ausbruch des Winterkrieges war der Herr Zornebrandt von Staufenburg der Vertraute und die rechte Hand des Barons Kappeln. Nachdem er jedoch durch den Kataklysmus seine Familie verloren hatte, zog sich der Herr von Staufenburg immer weiter zurück, verschwand für Tage und Wochen in seinem Jagdhaus. Nachdem er auf Befehl des Barons zum Wintereinbruch an den Kappelner Hof zurück gekehrt war, schien der Ausbruch des Krieges ihm neuen Lebensmut einzuflössen. Er zog darauf eine Schar seiner persönlichen Getreuen zusammen, die zunächst als Freischärler den Invasoren Nadelstiche versetzten und Nachrichtendienstlich tätig waren. Später, verstärkt durch Freiwillige und aufgefundene Überlebende, beteiligten sich die Freischärler aktiver an den Kämpfen und waren bald berüchtigt für die von ihnen verübten Grausamkeiten an gefangenen Feinden. Zu derselben Zeit scheint sich der Geisteszustand des Herrn Staufenburg verschlechtert zu haben, denn es wird berichtet, dass er einerseits brilliant geplante Überfälle und Angriffe durchgeführt habe, aber andererseits wirr rede und seine verstorbene Familie zu sehen glaubte. Verschiedene Offiziere strebten in Folge Strafmaßnahmen gegen die Freischärler an, um ihre Grausamkeiten im Zaum zu halten, alle Verfahren wurden aber auf die Zeit nach dem Krieg vertagt. Beim Sturm auf Eschborn scheinen die Freischärler fast völlig ausgelöscht worden zu sein, den Herrn Staufenburg hat man erstarrt und unansprechbar unter einem Haufen toter Feinde und Verbündete hervorgezogen und er befindet sich zur Zeit in Heideweit zur Kur.

Geographie
Für eine küstennahe Region ist Kappeln ungewöhnlich trocken. An vielen Stellen ist der Boden sandig und wird nur von spärlichen Gräsern und Kiefern bewachsen. Erst weiter im Landesinneren und Richtung Herzogsstolz wird das Land fruchtbarer und kann großflächig urbar gemacht werden. Es gibt kaum nennenswerte Erhebungen, und die Risal ist der einzige größere Fluss, der vom Eibensee aus ins Meer fließt.

Während des Kataklysmus ist ungefähr ein Viertel der Landfläche Kappelns im Meer verschwunden und anstatt einer sanft abfallenden Küste mit weiten Stränden erhebt sich nun dort, wo früher die Wellen einen Tagesreise weit weg waren, eine fast senkrechte Klippe ein Dutzend Schritt hoch geradewegs aus dem Meer. In der neu entstandenen Bucht ist das Wasser untypisch flach und fällt kaum Richtung offenes Meer hin ab. Die Forschungsexpeditionen unter Kapitän van Varenberg, erst auf der Morgenstern, dann später auf der Jagdfalke, haben den Meeresboden in der gesamten Bucht sorgfältig ausgelotet und kartiert. Die im Zuge der Katastrophe entstandenen Inseln sind zum Teil zu flach und klein für eine sichere und sinnhafte Besiedelung, aber andere erheben sich weit genug aus den Wellen, um vor Stürmen sicher zu sein. Noch steht Falkenstein in Verhandlung mit Kerewesch über die Verteilung dieser Landfläche, aber es gilt allgemein als sicher, dass die an Falkenstein fallenden Inseln dem Baron Kappeln zugeschlagen werden.



Politische Ausrichtung
Die Erhebung des Herrn Waldemar von Wolfenrode in den Stand eines Barons von Kappeln war, vorsichtig ausgedrückt, eine der eher kontroversen Entscheidungen des Herzogs Felian. Für manche Falkensteiner war die Erinnerung an die Besatzung Weidquells und die Gräuel des Kampfes gegen den schwarzen Ritter noch zu frisch, für andere bot sich mit diesem Schritt eine Gelegenheit, politischen Einfluss zu gewinnen.

Kaum jemand betrachtet dabei, dass die Erhebung des Sohnes auch einen Akt der Versöhnung darstellt, dass der Erinnerung an die Taten des Vaters die Erinnerung an die Taten des Sohnes gegenüber stehen, und das Wissen um die Buße des Adalbert von Wolfenrode, zunächst in Kachuana, und endlich vor St. Georg.

Dem einfachen Volk ist der Name geläufig, und hauptsächlich negativ behaftet. Tatsächlich ist der Baron Kappeln ein fähiger Mann, ein guter Baron, ein tapferer Krieger, ein weiser Landesvater, der redlich strebt, das dunkle Mal auf dem Namen seiner Familie endlich auszulöschen. Er steht treu zum Herzog, ist eng mit dem Baron Magnusbrunn verbunden und eine neue Verbindung nach Neu-Falkenstein steht demnächst ins Haus.

Dennoch wird er in Volk und Adel gleichermaßen nicht so wert geschätzt, wie man es aus der Liste seiner Tugenden erwarten würde.

In der geschichtlichen Betrachtung des Winterkrieges wird Kappeln vorgehalten, sich wenig um die Truppen anderer Lehen geschert zu haben, die sich gegenseitig unterstützten, oder dass die Kappelner als einzige nicht bei Eichstätt in der Reihe gestanden hätten. Diese Einwände entsprechen den Tatsachen, aber herangezogen ohne den Kontext der Situation zu betrachten, geben sie ein falsches Bild.

Ja, verschiedene Geldhäuser aus St. Georg haben zur Zeit großen Einfluss auf die Entscheidungen des Barons. Der aber steht vor der Herausforderung, einen verwüsteten Landstrich in kurzer Zeit wieder aufzubauen und neu zu besiedeln, wo gerade ein großer Teil der Steuereinnahmen weggefallen sind.

Ja, Kappelner Truppen sind als Besatzer in Greifenheim, gegen den Willen des Barons Hademar, dessen Truppen aber selbst zu schwach sind, um die Aufstände in den Minen zu unterdrücken.

Und jene, die ihn persönlich kennen, berichten oft davon, dass der Baron Kappeln ein kalter, abweisender Mann sei, der sich lieber mit der Sache als dem Menschen beschäftigt, der kurz angebunden und ruppig in seinen Äußerungen sei. Seine wenigen Freunde und Vertrauen dagegen berichten von einer warmherzigen, freundlichen Person, die aber lange braucht, um Vertrauen zu fassen. Und sie berichten, dass er schon seit frühester Jugend mit seinem Vater im Zwist stand und ihn dieser durch Missachtung und Ausgrenzung zu strafen suchte. Es geht das Gerücht, dass vor dem Sturm auf die Mauern St. Georgs Baron Waldemar und sein Vater, der schwarze Ritter, ein privates Treffen vereinbart hatten, das erste, so scheint es, seit Jahren. Über Ablauf und Inhalt ist nichts bekannt, aber Herr von Staufenburg hat berichtet, dass Baron Waldemar danach lange still und in sich gekehrt gewesen sei und dass ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters nicht überrascht habe.

Wirtschaft und Finanzen
Wie an vielen Stellen in Falkenstein ist der Boden Kappelns nicht in der Lage, alle Bewohner der Baronie mit Korn zu versorgen. Die Einführung der Kartoffel im letzten Winter hat die Lage etwas entspannt, aber immer noch muss Kappeln aus Magnusbrunn oder über St. Georg aus dem Ausland Korn importieren.

Dabei ist Kappeln mit Handelswaren wohl versorgt. Aus Eichenhain wird ein besonders feiner Sand herangeschafft, um daraus mit allerlei alchemischen Zutaten, die in dicht verschlossenen Krügen über das Meer kommen, Glas herzustellen. Das Weingut Amselbeere erzeugt einen dunklen, schweren Wein, der aus den besseren Lagen stammend für den Adel bestimmt ist, und aus den niederen Lagen weniger gut ausgebaut an das Volk verkauft wird. Durch den kargen Boden ist auch die Schafzucht weit verbreitet, vor dem Kataklysmus wurden nur in Heideweit mehr Schafe gehalten.

Doch die Katastrophe und der nachfolgende Krieg haben all dies verändert. Die Glasbläserei hinter den Stadtmauern ist fast unbehelligt davon gekommen, aber das Weingut wurde während der Invasion schwer beschädigt. Zahlreiche alte Weinstöcke wurden von den Khal'Hatrani aus dem Boden gerissen oder verbrannt, und viele der Fässer, in denen der Wein zur Reife kam, wurden von ihnen zerstört. Um die Restbestände so lange halten zu lassen, bis frisch nachproduziert werden kann, wird der Wein nun fast ausschließlich mit Wasser herunterverdünnt, bis er eine blassrosa Farbe hat. Diese Abfüllung wird abschätzig "halbe Beere" genannt, oder auch "dünne Amsel". Es werden immer noch einige wenige Flaschen abgefüllt in der Originalstärke, aber der exorbitante Preis macht sie für fast jeden außer hohen Adeligen oder wirtschaftlichen Magnaten unerschwinglich.

Die Schafzucht ist als Wirtschaftszweig ebenfalls stark zurück gegangen, da die im Meer versunkenen Landesteile vorwiegend von mageren, wenig fruchtbaren Böden bedeckt waren. Auf der anderen Seite ist der fruchtbarere Landesteil weitgehend erhalten geblieben und kann, nach Abschluss der Wiederbesiedelung, die Bevölkerung der restlichen Baronie mit Nahrung versorgen.

Die Fischerei, die vor dem vergangenen Sommer einen wichtigen Beitrag zur Nahrungsversorgung der Kappelner geleistet hat, ist vollkommen verschwunden, da die Baronie ihre gesamte Küstenlinie eingebüßt hat. Durch den Kataklysmus hat sich eine Steilküste gebildet mit wenn überhaupt schmalem Strand, an der Fischerboote nicht gut anlegen können. Ein erfindungsreicher Mann hat schon versucht, einen Pier zu bauen, um von dort aus mit dem Boot hinauszufahren, aber in der neu gebildeten Bucht wollen die Fische nicht so recht anbeißen und seine Fänge sind nur klein.

Der Sigmargraben ist durch die Katastrophe stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Er mündet nun, fast als wäre es so gedacht gewesen, nun deutlich weiter im Landesinneren. Die Anbindung an die Küstenstrasse, das Anlegebecken, die Treidelstation, all das ist aber verloren, und durch die neue Geographie der Küstenline auch nicht so einfach wieder zu ersetzen. Dementsprechend hat der Treidelverkehr durch den Kanal dramatisch abgenommen, aber er ist immer noch nutzbar, wie die Aarsblicker unter dem Herren von Wolfsburg bei ihrem dramatischen Sturm auf die Invasionsflotte gezeigt haben.

Aber nicht nur die Gewerbe in Kappeln haben unter den Ereignissen der Vergangenheit gelitten, auch die Menschen haben Krieg und Katastrophe berührt. Viele Kappelner haben sich eine fatalistische Grundhaltung angeeignet und schmieden kaum langfristige Pläne. Andere finden nachts keinen Schlaf, sind nervös und schreckhaft. Der Elementglauben hat sich in den Wochen und Monaten nach Kriegsende sprunghaft über das Land verbreitet, da die Priester der Elemente unverzüglich nach Kappeln gingen, und dem verwundeten Geist der Menschen Linderung verschafften.

Insgesamt steht es schlecht um die Wirtschaft der Baronie. Zwei der drei wesentlichen Einnahmequellen sind versiegt, die Nahrungsversorgung hält nur mühsam und die Produktivität der Menschen ist niedrig. Der Haushalt des Barons ist deutlich verkleinert und er hält sich mit Festen und anderen teurem Zeitvertreib sehr zurück. Er hat aber, um den Wiederaufbau der Baronie überhaupt finanzieren können, Geld geliehen von St. Georger Geldhäusern. Die Details der Verträge sind natürlich unbekannt, aber überraschend oft sind Vertreter des Hauses Gold am Hof von Kappeln zu Besuch.

Militär
Die Kappelner Truppen sind sehr darum bemüht, das Andenken an ihre Vorgänger auszulöschen, die sich in schändlichem Verrat dem schwarzen Ritter angeschlossen und dann in Weidquell schwere Gräuel angerichtet hatten. Regelmäßig ziehen die Kappelner Soldaten los und helfen der Bevölkerung etwa beim Bau von Häusern oder Scheunen, auch sind sie in ihrem Umgang mit den Menschen freundlich und betonen immer wieder ihre Treue zum Herzog und zum Baron.

Die Invasion der Khal'Hatrani war ein großer Affront für die Truppen, ein Angriff auf jene, die zu schützen und bewahren sich als Aufgabe angenommen hatten und mit entsprechend großer Wut und Entschlossenheit stellten sie sich den Invasoren in den Weg. Ihre Verteidigung des Dorfes Eichstädt mit verbissener Entschlossenheit während fast des gesamten Verlaufes der Schlacht, in der die Angreifer schließlich aufgehalten wurden, hat nicht nur mehr und mehr feindliche Truppen gebunden, sondern auch die Überflügelung der Falkensteiner Flanke verhindert. Aber auch an anderen Stellen haben sich Kappelner Soldaten heldenhaft bewehrt, haben sich überlegenen Feinden gestellt, um den Bauern Zeit zur Flucht zu erkaufen. Die Erinnerung an diese Taten sind ein Quell des Stolzes für die Überlebenden.

Aber dieser Stolz ist getrübt durch die Taten der Freischärler, jener Männer und Frauen, die Zornebrandt von Staufenburg in seiner Rachsucht um sich scharte. Sie vergossen das erste Blut der Darothssöhne, am Strand unterhalb von Eschborn, waren ebenso unermüdlich im Einsatz in den Wochen des Krieges. Aber nachdem das Blatt sich gewendet hatte, und hier und da Feinde in die Hände der durch das verschneite Kappeln vorrückenden Falkensteiner fielen, wandelte sich auch das Bild, dass die regulären Truppen von den Freischärlern hatten. Wo sie anfangs aus Treue zum Baron und zum Herrn von Staufenburg kämpften und den Schutz Wehrloser anstrebten, fand man immer öfter dort, wo die Freischärler durchgekommen waren, Zeugnisse von Gräueln, die sie an gefangenen Darothssöhnen verübt hatten. Auf dem Vormarsch zur Küste wurden sie zum Sinnbild des Rachedurstes des Herzogtums, und wo andere Soldaten von grausamen Handlungen von den Offizieren abgehalten wurden, so hat das der Herr Zornebrandt wohl nicht getan. Seit dem Ende des Feldzuges hat man ihn nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen, auch die Freischärler existieren nicht mehr, nachdem sie immer mehr Verluste erlitten und bei der Erstürmung von Eschborn von der vollen Wucht des Gegenangriffs der Khal'Hatrani getroffen wurden. Aber ihr Werk war vollbracht, die Saat gesät und mit der Szene, in der unter dem Jubel eines Teiles der Falkensteiner Armee die letzten Darothssöhne von der Klippe getrieben wurden, haben wir gezeigt, dass auch unser Herz vor dem Drang nach Rache nicht gefeit ist.

Baron Waldemar ist aus dem Winterkrieg als entschlossener und tapferer Kämpfer für sein Land und sein Volk herausgekommen. Es wird erzählt, dass er nur zwei Stunden pro Nacht geschlafen habe, und diese auf dem Pferd sitzend, dass er persönlich Khal'Hatrani zu Dutzenden erschlagen habe, und zahlreiche Bauersfrauen berichten, dass er persönlich hinaufgestiegen sei auf den Dachstuhl ihres brennenden Hauses, um das dort zurückgebliebene Neugeborene zu retten. Ob all dies so wahr ist mag man bezweifeln, aber unstrittig ist, dass er persönlich die Verteidigung von Eichstätt geleitet hat, dass er mehrere Male die Moral seiner Männer durch Worte und Taten wieder aufgerichtet hat und am Ende des Kampfes, mehrfach verwundet und in einer vor Ruß fast gänzlich geschwärzten Rüstung unter mehreren toten Feinden hervorgezogen wurde. Manche Kappelner sprechen in diesem Zusammenhang nun vom schwarzen Baron, aber die historische Vorbelastung sorgt dafür, dass sie dies nur unter der Hand tun.

Der Einsatz in Greifenheim ist auch unter den Kappelnern unbeliebt. Sie bewachen fern ihrer Familien hart arbeitende Männer, von denen die meisten treu ihre Dienste verrichten, und verstehen, dass die Arbeiter sie mit Ablehnung betrachten. Aber sie wissen auch, dass, sobald sie ihre Posten verlassen, unter den Minenarbeitern wieder Unruhe aufkommt.

Bedeutende Personen
Anabelle von Wolfenrode-Burgenwacht (Schwester des Barons)
Albert von Wolfenrode (verstorben, Vater des Barons)
Cecilia von Wolfenrode (Mutter des Barons)
Zornebrand von Staufenburg (Ritter und Vertrauter des Barons zu Kappeln)

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